Unterwegs… auf dem Eifelsteig mit Hund

Wie jetzt… Eifelsteig mit Hund? Mit dem kleinen Hund? Wirklich? Und dieser kleine Hund ist die ganze Strecke gelaufen???Eifelsteig mit HundÄäh – nein, wir haben ihn heute 900 Höhenmeter rauf und wieder runter getragen.

Aäh – nein, nur der Hundebuggy ist im letzten Schlammloch stecken geblieben.

Ääh – nein, er hat den Bus genommen.

Ääh – was glauben Sie, wie der Hund sonst bis hier gekommen ist?

Solche Fragen begegnen uns immer wieder. Zuletzt auf unserer Mehrtageswanderung auf dem Eifelsteig mit Hund Pepe. Und am Zielort jeder Etappe wundern sich die Leute, dass unser kleiner Papillon-Mix Pepe so fleißig mitwandert. Ist er mit unter 30 Zentimetern Schulterhöhe doch recht klein und sieht mit seinem wuscheligen Fellkragen und den Glubsch-Augen eher wie ein Schoßhund aus…Pepe auf dem EifelsteigSo ganz verübeln kann man es den Leuten nicht. (Und wir beantworten die Fragen auch immer ganz freundlich – wirklich!) Bevor wir loswanderten, wussten wir auch nicht so genau, was Pepe zu leisten im Stande ist. Ok, Tagestouren im Umfang der geplanten Tagesetappen sind kein Problem. Zum Joggen und Rad fahren in gemächlichem Tempo begleitet er uns zu Hause auch. Aber mehrere Tage ohne Ruhetag? So sicher waren wir uns da auch nicht. Daher planten wir unsere erste Weitwanderung auch eher zaghaft und mit der Möglichkeit einen Pausentag einlegen zu können.Pepe auf dem Eifelsteig 5

Unsere Strategie für den Eifelsteig mit Hund:

  1. Pepe bleibt angeleint – mindestens die ersten zwei Drittel der Etappe. Er weiß schließlich nicht, was auf ihn zukommt und daher müssen wir mit seinen Kräften haushalten und dafür Sorge tragen, dass er sich nicht schon auf den ersten Kilometern müde tobt.
  2. Wir machen regelmäßige Pausen – Idealerweise fernab anderer Hunde, damit Pepe auch zur Ruhe kommt.
  3. Wir beobachten ihn genau, ob er Müdigkeitserscheinungen oder Unlust zeigt und brechen notfalls auch eine Etappe ab… tragen wäre bei den knapp 6 Kilogramm Lebendgewicht zumindest für ein kurzes und einfaches Stück Weg und im absoluten Notfall auch noch eine theoretische Option.

Soweit unsere Pläne.Et2 054x

 Die Realität: 5 Etappen Eifelsteig mit Hund – kein Problem!

 

An der Leine laufen:

Pepe angeleint zu lassen hat sich bewährt. Der Kleine läuft sowieso gut an der Leine, gelegentlich muss er daran erinnert werde, wer an der Leine das Sagen hat. Auf flachen, anspruchslosen Etappen haben wir die Leine ganz normal in der Hand. Laufen wir mit Stöcken, weil es matschig oder anspruchsvoller ist, wird die Leine am Gürtel oder am Bauchgurt des Rucksacks von Alex befestigt. Tom läuft dann meist vor und Pepe orientiert sich an ihm. Das ganze haben wir im Sommerurlaub in den Alpen (dann aber mit anderem Geschirr und auf deutlich anspruchsvolleren Strecken) schon so praktiziert und es funktioniert für uns ganz wunderbar. Abgeleint haben wir ihn in Pausen (endlich mal ausgiebig schnüffeln!) und meist auf den letzten Kilometern der Wanderung.Et5 006

Pausen:

Wir haben bei unserem Papillon-Mix über die fünf Tage tatsächlich ein geändertes Verhalten beobachtet. Während der Pausen in den ersten Tagen, musste er teilweise noch zur Ruhe „gezwungen“ werden. An Tag vier und fünf waren entweder auch die Hundeknochen schon ein bisschen schwer oder Pepe hat schlichtweg gelernt, dass es nun auch für ihn eine Zeit des Ruhens sein sollte, wenn Herrchen und Frauchen sich auf einer Bank niederlassen.

Was uns auch noch aufgefallen ist: Ist Pepe nicht angeleint, läuft er auf jede Bank, die etwas abseits des Weges ist zu, beschnüffelt sie, setzt sich teilweise davor, so als würde er sagen wollen: Hey, Leute, ich hab hier eine tolle Möglichkeit gefunden, um Pause zu machen! Wie wär’s?

Könnte aber auch sein, dass Pepe mit Bank schlicht „Futter“ verknüpft, denn (und da sind wir eher inkonsequent) fällt tatsächlich bei vielen Pausen auf Bänken mal ein Bröckchen Wurst nach unten…. Eifelsteig mit Hund

Hund beobachten:

Wir haben uns redlich Mühe gegeben, jede langsames Gehen, jedes zwischenzeitliches Hinlegen, jedes Ansteuern einer Bank als Zeichen zu deuten, dass Pepe vielleicht müde und kaputt ist… Aber: Tatsächlich zeigte er nach jeder Pause wieder die große Freude zu laufen. An jedem Morgen zeigte er große Begeisterung, wenn wir uns die Wanderschuhe schnürten. Und wenn wir ihn auf einer Wiese ableinen, läuft er seine Runden, wälzt sich, fordert uns zum Spielen auf oder schnüffelt ausgiebig… So verhält sich kein müder Hund. Wir würden sogar sagen, dass wir jeden Abend müder waren als der Hund. Und es bewahrheitet sich, was wir schon oft dachten. „Nur“ mit Spazierengehen ist kein einigermaßen fitter Hund müde zu kriegen.Eifelsteig mit Hund

Unser Fazit zum Eifelsteig mit Hund:

Eifelsteig mit Hund? Für einen gesunden, jungen und konditionell einigermaßen trainierten Hund wie unseren Pepe kein Problem. Über 90 Kilometer waren es an fünf Tagen in unserem Fall. Unsere Bedenken waren glücklicherweise unbegründet und an alle erstaunten Menschen:

Nur weil der Hund Glubsch-Augen hat und unter 30 Zentimeter Schulterhöhe misst, ist er dennoch ein Hund. Einer der generell gerne läuft und einer, für den jeder Kilometer im Wald mit seiner Familie ein Fest ist.

Daher auch unser Appell an alle Besitzer kleiner Hunde: Traut es Eurem Hund zu! Nicht nur der Eifelsteig mit Hund ist machbar, sondern eigentlich stellen die meisten Wege im Mittelgebirge und Flachland für Hunde keine große Herausforderung dar. Zum Schoßhund wird der Hund schnell genug wieder – abends auf der Couch NACH der langen Wanderung.Eifelsteig mit HundAusführliche Berichte über unsere Etappen findest du hier: Etappe 1Etappe 2Etappe 3Etappe 4 Etappe 5

Warst du schonmal auf dem Eifelsteig mit Hund unterwegs?

Wanderst du auch mit Hund?

Hast du die gleichen Erfahrungen wie wir gemacht oder ganz andere?

 Wir freuen uns auf deinen Kommentar!Hohes Venn mit HundPS: Pepe haben wir übrigens von der Tierschutzorganisation dogs-island vermittelt bekommen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön. Wir freuen uns jeden Tag auf’s Neue über diesen tollen Hund!Pepe auf dem Eifelsteig 3Pepe auf dem Eifelsteig 5Pepe auf dem Eifelsteig 2

4 Gedanken zu „Unterwegs… auf dem Eifelsteig mit Hund“

  1. Was für ein schöner Bericht und die tollen Bilder.

    Mein Hund, Shorty, hatte ich eine Woche vor seinem Tod noch auf einer 10km runde mit. Er lief als wüsste er das es die letzte Tour sein würde 🙁 Sieht man auch in meinem Blog.
    Er war ein paar cm größer als deiner. Er war aber auch schon ca 14-15 Jahre alt. Er war mir ein treuer Begleiter. Eigentlich wollten wir erst mal warten, aber da gibt es jemanden aus dem Bekanntenkreis die einen so tollen Hund zur Vermittlung hat… hach, aber ich weiß nicht…

    Ich wünsche euch noch viele schöne Touren. Und vielleicht bin auch ich bald wieder mit Hund unterwegs. 🙂

    Grüße
    Tobias

    1. Lieber Tobias,
      vielen Dank für deinen netten Kommentar!
      Ja, es ist wirklich enorm, wie gerne die Hunde laufen, sei es groß oder klein, sei es jung oder alt. Auch unser vorheriger Hund Tobi lief bis zum Alter von etwa 13 Jahren noch sehr begeistert auch längere Touren. Aber irgendwann ging es nicht mehr und die Runden wurden immer kleiner.
      Wir haben es keinen Moment bereut uns sehr schnell nach dem Abschied für einen neuen Hund entschieden zu haben.
      Viele Grüße
      Alex

  2. Als ich Spike im September 2013 zu mir nahm, war er bereits 10 Jahre alt, jetzt 11 Jahre und zwei Monate.

    Anfänglich habe ich ihm lediglich Strecken von rd. 5km zugemutet, langsam gesteigert , da er solche langen Touren nicht gewohnt war.
    Heute läuft er mich platt, wobei die Tagesform bei ihm unterschiedlich und von den Außentemperaturen abhängt.

    Viele Wanderer mit so kleinen Hunden sieht man in der Tat selten, aber wenn sie Spaß haben sollte auch kein Hund zu hause bleiben müssen. Die genießen den Spaß mit den Dosenöffnern viel zu sehr.

    Ich wünsche euch noch viel Vergnügen mit Pepe

    LG Elke

    1. Vielen Dank für den netten Kommentar, liebe Elke. Das ältere Hunde noch so großen Spaß am Mitwandern haben und durchaus auch längere Touren bewältigen können, wissen wir auch aus eigener Erfahrung. Unsere vorheriger Hund, Tobi, war schon 11 als wir ihn bekamen. Bis er etwa 12,5 Jahre alt war, hat er uns zu allen mittellangen Wanderungen (bis etwa 15 Kilometer und nicht im alpinen Gelände) begleitet. Aber wir können auch bestätigen, dass es bei ihm stark tagesformabhängig und temperaturabhängig war. Das muss man bei einem mitwandernden Senior dann einfach berücksichtigen.
      LG Alex

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