8 gute Gründe, eine Strecke mehrmals zu wandern

Eine tolle Strecke mehrmals wandern? Mmmh… Wir wandern nicht allzu oft die gleiche Strecke mehrmals. Klar, hier zu Hause wandert, joggt, radelt man ausgehend vom eigenen Zuhause häufiger auf gleichen Wegen. Aber eine bestimmte Wanderstrecke mehrmals zu gehen – dazu sind wir eigentlich zu neugierig auf alles Neue.

Eigentlich…

Denn es gibt durchaus gute Gründe, eine bestimmte Strecke – und vielleicht gerade eine einfache Strecke – mehrmals zu gehen.

Für uns gilt das im Allgäu für die Tour von der Bergstation der Söllereckbahn hinunter nach Riezlern im Kleinwalsertal. Wir sind sie nämlich schon dreimal gelaufen. Hier findest du unseren Wanderbericht.

DREIMAL? Jawohl.

DANN MUSS DIE ROUTE GANZ BESONDERS SEIN… Joah, je nachdem, wie man besonders definiert…

BESONDERS ABWECHLUNGSREICH? Teilweise…

BESONDERS ANSPRUCHSVOLL? Nö.

BESONDERS SCHÖNE AUSSICHT? Doch, schon, bei Regen aber nicht.

BESONDERS TOLLE WEGE? Nee, auch nicht. Viel Asphalt.

ABER WARUM DANN SCHON DREIMAL??? Ganz einfach: Es gab jedes Mal einen guten Grund dafür, den Weg zu laufen.

GRUND 1: Die Strecke passt zu den Fähigkeiten der Wanderer

In unserem ersten Allgäuurlaub (unerfahren, wenig Kondition und Trittsicherheit, schlichtes Wanderschuhwerk) haben wir den Weg empfohlen bekommen. Zu diesem Zeitpunkt war diese Strecke mit ihren asphaltierten oder geschotterten Wegen, dem sanften Abstieg, den Einkehrmöglichkeiten und der Rückfahrt mit dem Bus zur Talstation der Söllereckbahn für uns perfekt.

Seilbahn Söllereck
Seilbahn Söllereck

GRUND 2: Die Strecke passt zu den Fähigkeiten des Hundes

Im darauf folgenden Jahr (trittsicherer, wanderfreudiger und –erfahrener sowie besser ausgerüstet) war unser damaliger Hund Tobi schon zwölf Jahre alt, nicht mehr ganz so fit und seine Sehfähigkeit bereits deutlich eingeschränkt. Aber mit ihm ausschließlich im Tal zu gehen oder ihn jeden Tag in der Ferienwohnung zurück zu lassen, das kam auch nicht in Frage. Also erinnerten wir uns an diese leichte Tour. Dadurch, dass man sich den Aufstieg spart (Söllereckbahn – kann man natürlich auch laufen…) und es wenige schmale, steile Stellen gibt, an denen der Hund abzustürzen droht, eignete sich diese Strecke optimal – auch für unseren Tobi.

Labrackel Tobi
Labrackel Tobi

GRUND 3: Die Strecke passt zur Witterung

Regenwandern
Wir wandern nicht mit Schirm!

In diesem Jahr waren wir nach einer Pause dann wieder im Allgäu. Während unseres Urlaubs schüttete es am ersten Tag zeitweise wie aus Eimern. Wir aber waren hochmotiviert. Wir wollten raus, laufen, in die Berge, nicht in der kleinen Ferienwohnung Trübsal blasen und statt dessen lieber die Regenbekleidung auf ihre Funktionalität testen 😉 . Nach einer kleinen Runde (bei Regen) am Vormittag hatten wir also noch genug Energie und Freude nochmals in den Regen zu starten.

Bedingungen:

Die Strecke sollte absolut sicher bei Regen zu laufen sein (Wer will sich schon am ersten Urlaubstag – oder überhaupt – verletzen?).

Sie sollte Abkürzungsmöglichkeiten bieten, falls aus dem Dauerregen eine anhaltende Sintflut wird.

Sie sollte nicht so lang sein, dass wir oder unser jetziger Hund Pepe zu müde werden, denn wir hofften ja auf gutes Wetter und eine ausgiebige Bergtour am nächsten Tag.

Tja – und wenn man von der fehlenden Aussicht einmal absieht, kann man diese Strecke tatsächlich gut im Regen laufen. An zwei, drei Stellen war der Asphalt etwas schlüpfrig, aber nicht dramatisch.

Abkürzung
Abkürzung

UND? DIE STRECKE NOCH EIN VIERTES MAL LAUFEN?

Ich würde sagen: Ja bestimmt. Denn mir fallen noch viele weitere Gründe ein, warum es sich lohnt, diese (oder auch eine andere leichte Strecke) noch einmal zu laufen.

GRUND 4: Die Strecke passt zur Familiensituation

Auch mit Kinderwagen ist die Strecke begehbar. (Nein, liebe mitlesende Verwandtschaft – keine Hoffnungen machen!) An vielen Stellen ist es ohne Probleme möglich, auch kleine Kinder ein bisschen vorlaufen zu lassen, da es nur wenige steile Stellen gibt. Auch ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Fitness können diese Wanderung bewältigen, haben ein Bergerlebnis und sind dennoch nicht überfordert oder gefährdet.

GRUND 5: Die Strecke passt zeitlich

Noch einen Nachmittag/ Vormittag unverplant? Kein Problem, warum nicht eine zweite/ einfache Tour am Tag?

GRUND 6: Die Strecke passt zum Panoramabedürfnis

In die Berge schauen ohne auf den Weg achten zu müssen? Hier an vielen Stellen unbedenklich!

Kleinwalsertal 52
Riezlern

GRUND 7: Die Strecke ist mittlerweile Tradition

Wie ich uns kenne, könnte es sein, dass wir die Strecke tatsächlich aus dem Grund nochmal laufen, weil sie für uns „dazu gehört“. Zu unserem Allgäu-Feeling – zu unserem „Urlaubs-Feeling“. Und wir sind nicht allein. Viele Menschen, mit denen wir auf dieser Strecke ins Gespräch kamen, haben uns verraten, dass sie diese Tour jedes Jahr im Urlaub laufen.

GRUND 8: Die Strecke ist trotzdem jedes Mal anders

Kleinwalsertal 44
Hoher Ifen

Ob Sonnenschein, ob Regen. Ob mit anderen Wanderern oder ohne. Ob im Sommer oder im Herbst. Strecken verändern sich dadurch. Und man selbst verändert sich auch. Man achtet auf andere Dinge. Oder andere Dinge fallen einem auf. War der Ameisenhaufen letztes Mal auch schon so groß? Konnte man beim letzten Mal das Tal wirklich so malerisch sehen? Ist das Felsreflief nicht wunderschön… Die Liste ließe sich unendlich erweitern.

Wenn ich mir den Artikel jetzt so betrachte, dann ist es eigentlich ein Plädoyer geworden. Ein Plädoyer dafür, eine Streckenplanung entsprechend der eigenen Fähigkeiten und Fitness bzw. der der Mitwanderer (Familie, Hund, …) anzupassen. Ein Plädoyer, eine geplante Strecke der Witterung und den eigenen Bedürfnissen (Panorama, Tradition, …) anzupassen. Aber auch ein Plädoyer dafür, eine schöne Strecke noch einmal zu laufen, um den Blick auf andere Dinge zu lenken, andere Dinge wahrzunehmen oder zu vergleichen. Vielleicht eignet sich dafür gerade auch eine leicht begehbare Strecke. Je weniger ich darauf achten muss, nicht auf loses Geröll zu treten, den Hund sicher über den Kamm zu lotsen oder andere Wanderer an einer schmalen Stelle vorbeizulassen, umso mehr kann ich mich auf die Schönheit der Natur, das fantastische Alpenpanorama und die vielen Kleinigkeiten am Wegesrand einlassen. Nämlich dann, wenn gehen und gucken gleichzeitig gefahrlos möglich ist.

 

Läufst du auch manchmal eine gleiche Strecke mehrmals?

Was sind deine Gründe dafür?

Kennst du die Strecke von der Söllereckbahn ins Kleinwalsertal?

 

Dann schreib uns doch gerne einen Kommentar.Kleinwalsertal 18

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