Unterwegs… am Gottesackerplateau (Karstrundweg, Hahnenköpfle)

Nachdem wir von der Ifenhütte zum Hahnenköpfle mit grandioser Sicht auf den Hohen Ifen gewandert waren (hier findest du den ausführlichen Bericht), hatten wir nun am Gipfel des Hahnenköpfle zusätzlich eine tolle Sicht auf das Gottesackerplateau.Gottesackerplateau 4Gottesackerplateau 3 Gottesackerplateau 10 Bei dieser „Mondlandschaft“ handelt es sich um Schrattenkalk, bei dem es typischerweise zu Auswaschungen durch Niederschlag und Schneeschmelze in Form tiefer Rinnen und Spalten (den sog. Schratten) gibt. Ein wenig erinnere ich mich an mein zurückliegendes Geografiestudium, aber Wikipedia hilft auch weiter 😉 .Gottesackerplateau 9Wir sind auf jeden Fall absolut fasziniert und freuen uns, die vom Tal aus beeindruckende Landschaft des Gottesackerplateau nun von näher und von „oben“ bestaunen zu können. Trotz unserer Vorsätze, nicht über das Gottesackerplateau abzusteigen, da uns der Weg für uns und für unseren kleinen Hund Pepe zu anspruchsvoll erscheint, kribbelt es in den Füßen. Was also tun, wenn es noch Vormittag ist, man noch absolut fit ist, der Hund noch Lust hat und es in den Füßen kribbelt? Wir suchen eine Alternative und finden Sie in Form des ausgeschilderten Karstrundwegs, der vom Gipfel des Hahnenköpfle zum Bergrestaurant (geschlossen, aber Toilette geöffnet) führt und den wir aus irgendeinem Grund gar nicht auf dem Schirm hatten. Der Karstrundweg wird als Schnupperrunde über das Gottesackerplateau beschrieben und scheint uns das Richtige, um einerseits ein wenig durch die beeindruckende Karstlandschaft wandern zu können und andererseits nicht allzu weit von Wegen (nämlich unserem Hinweg) abzukommen, von dem wir ja wissen, dass er auch für den Hund locker zu bewältigen ist.Gottesackerplateau 6Wir laufen also am Gipfel los und direkt geht es steil und felsig bergab. Wir müssen ein wenig klettern und Pepe heben wir an seinem Spezielgeschirr (Ruffwear Webmaster Harnish) ein paar Mal eine zu steile Stufe hinunter. Obwohl wir gefühlt erst vor ein paar Minuten aufgebrochen sind, erscheint uns der Gipfel schon so weit weg. Von oben sah alles näher aus. Interessant also, wie diese unwirkliche Landschaft ohne Orientierungspunkte vom Gipfel aus die Wahrnehmung von Größe und Distanz verzerrt. Gottesackerplateau 16Nun geht es über die glattgewaschenen Kalkfelsen und von Schratten durchfurchte Kalklandschaft des Gottesacker. Und wir sind absolut fasziniert. Ein wenig kommen wir uns vor, als seien wir in einer anderen Welt. Da es sich um blanken Fels handelt, gibt es hier auch keine Wege. Orientieren kann man sich an den Wegmarkierungen, die auf die Felsen gemalt sind. Gottesackerplateau 17Wir gehen langsam, Tom vorweg. Pepe ist mit seiner Leine bei mir am Gärtel sicher befestigt. Tom wählt einen Weg über die Rillen und Felsen aus, dem Pepe gut folgen kann und Pepe orientiert sich wie immer in solchen Situationen an seinem Herrchen. Das macht der Kleine wirklich klasse! Er sucht sich trittsicher seinen Weg, bleibt auf Kommando, z.B., vor breiteren Rillen, stehen und geht oder springt erst nach Kommando weiter. Als die Rillen dann zahlreicher und breiter werden und mir die doch teilweise recht tiefen Löcher Respekt einjagen, frage ich mich dennoch, ob es so eine gute Idee war, den Hund mitzunehmen. Gottesackerplateau 14Gottesackerplateau 11Als wir an eine Stufe kommen, an der man ein paar Schritte über Steigeisen klettern muss, überlegen wir kurz, umzukehren. Da das Bergrestaurant als das Ende dieses Rundwegs aber zu sehen ist und wir sozusagen mitten auf diesem Teilstück des Gottesackerplateau stehen und der Weg bis hier auch nicht anspruchslos war, entscheiden wir uns, die Strategie zu ändern. Gottesackerplateau 13Ein Stock wird weggepackt und Pepe in den Situationen, in denen es für ihn nicht mehr geht, getragen. Hier zahlt sich wieder das Spezialgeschirr aus, das den Hund an drei Stellen (an der Brust, im hinteren und vorderen Bauchbereich) fixiert. Das Geschirr verfügt außerdem über eine Art Griff. Zieht man den Hund an diesem hoch, sieht man, wie ausbalanciert und gerade der Hund im Geschirr „hängt“. Eine ausführliche Review zum Ruffwear Webmaster Harnish werden wir bald verfassen.Wir heben Pepe zwei oder dreimal über zu steile Stufen, bzw. unterstützen ihn am Griff daran, sie zu bewältigen und ein kleines Teilstück über ein Wegstück mit sehr, sehr vielen Rillen tragen wir ihn schließlich auch. Der Begriff Handtaschenhund (ja, es gibt Spötter 😉 ) bekommt hier eine völlig neue Bedeutung! Seht mal! Wie praktisch!Gottesackerplateau 15Gottesackerplateau 12Pepe wäre wahrscheinlich lieber gelaufen, aber uns erscheint es so sicherer und er lässt sich das Tragen auch willig gefallen. Als wir schließlich am Bergrestaurant ankommen, sind wir immer noch voller Adrenalin und sehr sehr glücklich. Wir haben ein kurzes aber tolles Stück des Gottesackerplateau überquert (kleiner Traum wurde wahr) und sind so stolz auf unseren kleinen Hund, dass er so viel Freude auch an solchen Touren zeigt. Wir machen uns auf den Rückweg über den gleichen Weg, den wir auch gekommen sind. Pepe ist munter und wir sind es auch. An der Ifenhütte kehren wir ein und resümieren die Tour…

Fazit unserer Gottesackerplateau Tour:

  1. Wir sind glücklich, die Tour gemacht zu haben. Eine unserer schönsten Touren in diesem Jahr!
  2. Wir freuen uns daran, wie viel Spaß Pepe hatte. (Der übrigens keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigt…)
  3. Wir sind froh, das Ruffwear-Geschirr gehabt zu haben. Es hat sich in dieser Tour bezahlt gemacht.
  4. Wir können nur sagen: Mit dem Wissen, dass wir jederzeit hätten umkehren können zu einem sicher begehbaren Weg und der Tatsache, dass Pepe immer wenn es zu schwierig wird mal ein Stück getragen werden kann, würden wir die Runde noch einmal genauso gehen.
  5. Wenn wir im nächsten Allgäu-Urlaub das eigentliche Gottesackerplateau überqueren werden, bleibt Pepe dennoch zu Hause. Über lange Passagen möchte ich ihn auch zu meiner eigenen Sicherheit dann doch nicht tragen.

 

Gefällt dir unser Bericht über den Karstrundweg des Gottesackerplateau?

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