Unterwegs… auf dem Eifelsteig – Etappe 4 von Einruhr nach Gemünd

Am Morgen vor dem Aufbruch zur vierten Etappe auf dem Eifelsteig zeigt sich der Herbst wieder – er hat den Nebelstab über Nacht herausgeholt und hüllt den Rursee in eine große graue Wolke.

Et4 001Dank der guten Wetterprognose sind wir zuversichtlich, dass sich der Nebel lichten wird und starten nach einem Frühstück zu unserer heutigen Tagestour. Da wir ja eine weitere Nacht in Einruhr bleiben werden, wandern wir heute nur mit Tagesgepäck.

Et4 021Obwohl wir die knapp 9 kg schweren Rucksäcke nicht als besonders belastend empfunden haben, merken wir beide mit den nur mit dem Nötigsten und dem Proviant ausgestatteten Rucksäcken doch einen deutlichen Unterschied im Wanderkomfort.

Die Etappe in Stichworten:

Länge: 21 km

Profil: eher mittel – drei Aufstiege davon einer recht lang und teilweise steil

Saison: ganzjährig bei nicht allzu nasser Wetterlage

Wir wandern von unserem bereits am Berg liegenden Quartier auf dem kürzesten Weg zum Eifelsteig und treffen oberhalb von Einruhr wieder auf die Beschilderung. Der Weg führt nun eine zeitlang oberhalb des Rursees, sodass man die schöne Aussicht genießen kann.

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Nach einiger Zeit steigen wir zum Rursee hinab. Hier beginnt nun die Dreiborner Hochfläche und damit auch der Nationalpark Eifel, der bis vor einigen Jahren Truppenübungsplatz der belgischen Armee war. Der Eifelsteig führt nun direkt durch den Nationalpark. Sowohl der Schutz des Nationalparks als auch die Gefahr möglicher nichtgefundener Minen, lässt ein Verlassen der Wege und ein Ableinen des Hundes nicht zu. Ab hier muss Pepe also angeleint bleiben. Da wir ihn auf den ersten zwei Dritteln einer längeren Etappe sowieso nicht ableinen, damit er seine Kräfte schont (er weiß ja nicht, was auf ihn zukommt…), ist das auch keine weitere Einschränkung für uns.

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Et4 029Immer den Rursee entlang über Wald- und Wiesenwege geht es nun bis zur Urfttalsperre. Hier folgt ein teilweise steiler und recht langer Anstieg. Wer mag, kann hier auch kurz den Eifelsteig verlassen, über die Urfttalsperre gehen und in der Gaststätte einkehren.

Wir steigen allerdings weiter auf und genießen noch einmal den Ausblick auf den Rursee, bevor wir uns von ihm abwenden.

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Nach einiger Zeit gelangt man zur Wüstung Wollseifen. Diesen Ort mussten die Bewohner nach dem zweiten Weltkrieg verlassen. Daraufhin wurden die Gebäude teilweise abgerissen und neue Gebäude errichtet, da der Ort als Truppenübungsplatz für die belgische Armee diente. Schön, dass der Eifelsteig auch durch solche „historischen“ Orte verläuft.

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Da wir bereits einmal dort waren, haben wir unseren Aufenthalt auf eine Pause und einen kurzen Besuch der Kirche beschränkt. Ein kleiner Rundgang durch die Wüstung, an der viele Infoschilder die Geschichte des Ortes beschreiben, lohnt aber auf jeden Fall.

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Weiter geht es entlang vieler Ginsterbüsche und durch den Wald in ein Tal und dann wieder bergauf. Überraschend schnell stehen wir vor den imposanten Mauern der Burg Vogelsang. Von Wollseifen aus, sah es irgendwie weiter aus.

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Burg Vogelsang ist nicht, wie der Name vielleicht vermuten lässt, eine mittelalterliche Burg sondern Hitlers ehemalige Kaderschmiede und danach Teil des belgischen Armeebereichs.  Seit einigen Jahren ist Vogelsang zugänglich, wird momentan umgebaut und ist insgesamt gut besucht.

Wir spazieren etwas durch die imposante Anlage und da es hier auch eine Möglichkeit zur Einkehr gibt, nutzen wir die Gelegenheit für Kaffee, Kuchen und ein Bierchen.

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Hier kommen wir auch mit anderen Wanderern ins Gespräch, die das Gefühl haben, dass der Eifelsteig nahezu überlaufen ist. Unser Eindruck ist ein gänzlich anderer. Diese vierte Etappe ist, verglichen mit den ersten drei Etappen des Eifelsteigs, zweifelsohne die vollste – was wohl an dem Mix aus Nationalpark, Natur und Kultur und der guten Erreichbarkeit über die Parkplätze und Busverbindungen direkt an der Burg Vogelsang liegt. Dennoch laufen wir auch hier im Wesentlichen allein und treffen nur gelegentlich außerhalb der Hauptanziehungspunkte Wollseifen und Vogelsang auf andere Wanderer oder Mountainbiker.

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Weiter geht es wieder durch den Mischwald, wieder bergauf und bergab. Zunächst recht steil, teilweise über Treppen bergab zu einem kleinen, romantischen Bach und dann direkt wieder bergauf zu einem Aussichtspunkt mitten auf einer Wiese.

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Wir denken, dass wir hier den Nationalpark verlassen und lassen den Hund von der Leine. Und hier zeigt sich das Durchhaltevermögen und die Fitness unseres kleinen Papillon-Mix. Kaum von der Leine springt und hüpft er über die Wiese und animiert uns müde Wanderer zum Spielen. Unglaublich wie viel Energie der Kleine noch immer hat.

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Weiter geht es auf meist breiten Wegen über Wiesen und entlang eines Baches durch den Wald hinab ins Tal Richtung Gemünd. Da wir noch zweimal an Nationalparksschildern vorbeikommen, können wir gar nicht genau sagen, wo er beginnt und wo nicht. Möglicherweise haben wir Pepe zu früh abgeleint. In Gemünd nehmen wir den Bus zurück nach Einruhr, was problemlos funktioniert.

Die Etappe 4 des Eifelsteigs ist wirklich sehr schön und total abwechslungsreich. Kein Wunder, dass hier auch an einem Wochentag (ok – in den Herbstferien bei schönstem Wetter) viele Menschen unterwegs sind, aber die Mischung aus atemberaubender Natur (Talsperre, Nationalpark, ..) und Geschichte (Vogelsang, Wollseifen) gepaart mit Einkehrmöglichkeiten und einer Distanz, die für eine Tageswanderung genau richtig ist, macht diese Etappe des Eifelsteigs wirklich einzigartig.

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Et4 049Zusammenfassung:

Rast- und Einkehrmöglichkeiten: Einkehr am Start- und Zielort, außerdem an der Urfttalssperre und in Vogelsang möglich, immer wieder Bänke entlang des Weges

Landschaft: absolut abwechslungsreicher Mix aus Wald und Wiese, dazu viel Geschichte

Terrain: zum Teil felsige, zum Teil weiche Waldwege, mal schmaler, mal breiter, selten Asphalt

Beschilderung und Zustände der Wege: prima

 

Alle wichtigen Informationen zum Eifelsteig und zur vierten Etappe erhält man hier:

eifelsteig.de

Die Berichte unserer weiteren Etappen findest du hier:

Etappe 1 – Kornelimünster nach Roetgen

Etappe 2 – Roetgen nach Monschau

Etappe 3 – Monschau nach Einruhr

Etappe 5 – Gemünd zum Kloster Steinfeld

Da Pepe nach wie vor topfit ist und das tolle Wetter anhalten soll, entscheiden wir, entgegen unserer ursprünglichen Planung, am nächsten Tag noch von Gemünd zum Kloster Steinfeld zu laufen und damit die fünfte Etappe zu begehen.

Die Planung am Abend wird allerdings durch eine Störung der ohnehin schlechten Internetverbindung in Einruhr zusätzlich erschwert – oder besser gesagt unmöglich gemacht…

Interessant aber – auch abends liest die Telekom die an sie abgesetzten Tweets und antwortet freundlich.

image001Wie gefällt dir der Bericht über die vierte Etappe des Eifelsteig?

Bist du die Etappe schon mal gelaufen oder planst du es?

Kennst du die Burg Vogelsang und die Wüstung Wollseifen?


Dann schreib doch gerne einen Kommentar!

2 Gedanken zu „Unterwegs… auf dem Eifelsteig – Etappe 4 von Einruhr nach Gemünd“

  1. Hallo,
    Eine Lieblingsetappe von mir. Ich war auch in den Herbstferien (2012)dort. Es war schon mehr los als auf anderen Etappen, aber es war nicht unangenehm. Wollseifen finde ich ganz toll und Vogelsang ist wirklich beeindruckend. Tolle Fotos- und dem Hund scheint es ja auch zu gefallen!
    Liebe Grüße
    U.Tenzer

    1. Liebe Uli,
      vielen Dank für das fleißige Kommentieren. Die Etappe ist einfach so abwechslungsreich, dass sie sich einfach für jedermann lohnt. Sie stand 2014 auch zur Abstimmung der schönsten Wanderstrecken (vom Wandermagazin). Kein Wunder, oder? hat aber leider nicht gewonnen.

      Viele Grüße
      Alex

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